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Thursday, July 29, 2010

Toy Story 3, Lee Unkrich, 2010

Anmerkung zu hier:

Selbstverständlich kolonisieren weder Toy Story 3, noch Pixar, noch Hollywood, noch "die Amis" irgendwelche Fantasien oder gar das Unterbewusste (die Textüberschrift stammt nicht von mir). Auf Ideen wie die mit der Unterbewusstseinskolonialisation können sowieso nur linkskonservative Mystiker wie Wim Wenders kommen. Es geht nicht um den territorialen Übergriff, die verräumlichte Machtausübung eines kolonialen Systems, auch nicht um die Fremdbestimmung eines kolonisierten Subjekts. Sondern um die Projektion eines sorgfältig vorstrukturierten Subjekts, das gar nicht kolonisiert zu werden braucht, weil es mit sich selbst und der Welt von Anfang an völlig identisch ist. Es geht, anders ausgedrückt, um einen Mangel an Fantasie auf Seiten des Films. Die Fantasie des Zuschauers dagegen wird nicht vom Film im Moment der Vorführung kolonialisiert, sie wird von ihm von Anfang an als eine verdinglichte vorausgesetzt. Als Filmkritiker möchte ich der Projektion keine Zauberkräfte andichten, sondern sie lieber so gut wie möglich beschreiben.