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Wednesday, August 17, 2016

The Purple Rose of Cairo, Woody Allen, 1984

Usually Allen is best when he has a main character he's really interested in. Which is obviously the case here. And Farrow's magnificent performance alone should've made this one of his best films. Indeed, it manages to gloss over the lazy Way Allen once again sets up his own romantic / meta-filmic premise. The diner scene early in the film (mostly done in a single long take) with Farrow and her colleague maneuvering in the tight space behind the counter while talking about life, work and cinema is a small masterpiece of economical filmmaking in its own right.

On the other hand, the period setting brings out the very worst in Allen. He's obviously not at all interested in the textures of history - which wouldn't be a problem if the film wouldn't insist so bluntly on Farrow being a "victim of her time". For Allen, "history" is nothing more than functionalist shorthand, which allows him to not even bother with the complexities of communication and affect. The result is a sadist streak undercutting all playfulness. The scenes with Farrow and her husband at home are especially disgusting, as they are obviously just there to properly set her up - literally: to beat her into submission - for all that romantic escapism.

Tuesday, January 05, 2010

in passing: liegengebliebenes

Where the Wild Things Are, Spike Jonze, USA

Die Vorlage besteht zu einem gefühlten Drittel aus dem völlig wortlosen "wild rumpus" der wilden Kerle und Max. Im Film ist das auf eine eher beliebige Indiepop-Handkameramontage reduziert. Dafür gibt es dann jede Menge Familientherapie, die bei Sendak wiederum radikal abwesend war: fein säuberlich werden alle Problemfelder, die im Prolog aufgemacht werden, noch einmal ausagiert und bearbeitet. Irgendwie nicht so ganz mein Fall... Was ist denn so falsch an ein wenig Eskapismus (solange er einem realen Begehren entspringt)?

Gilda, Charles Vidor, 1946

Eine tolle Szene ist die, in der der Casinobesitzer in seinem Büro die Tonspur und das Bild separat aus- und anknipst. Auch beim zweiten Ansehen: im Kleinen passt wenig zusammen, im Großen wird daraus dann trotzdem ein toller Film. Von wegen geschlossene Form, Gilda ist nicht der einzige Film des klassischen Hollywoodkinos, der mir gerade in seiner Unreinheit, Hybridität gefällt. Als eben der Casinobetreiber am Ende wieder auftaucht um Rache zu nehmen, war ich für einen Moment tatsächlich überrascht, obwohl er sich ja ausführlich angekündigt hatte: der Film läuft eben gerade nicht auf geraden Schienen seinem melodramatischen Ende entgegen - und natürlich gleich gar nicht dem angeklatschten Happy End.

Whatever Works, Woody Allen, 2009

Kann ich diesmal auch nicht mehr so recht verteidigen... Man hätte es sich natürlich denken können: Larry David und Woody Allen, das passt nur auf den ersten Blick, beim genaueren Hinsehen geht das aber gar nicht. Larry Davids genuine Bösartigkeit hat in Kleidungs-, Beziehungs- und Benimmfragen ihre natürlichen Objekte, mit dem Allenschen Weltschmerz konfrontiert verwandelt sie sich in Zynismus der unangenehmsten Art. Ein Film, in dem sehr wenig stimmt, Allens schwächster seit Melinda & Melinda. Den nächsten dreht er wieder in London, zum Glück. Zu New York hat er wirklich nichts mehr zu sagen.