Tuesday, June 23, 2009

10-40-70: Taiheiyo hitoribotchi aka Alone Across the Pacific, Kon Ichikawa, 1963

10



Ein Mann alleine quer über den Pazifischen Ozean. Das ist alles, was der Film erzählt. Hier noch in der Nähe des japanischen Hafens. Der Anker wird bald nicht mehr benötigt. Die organische Komposition: Körper in der Mitte des Bootes, Boot in der Mitte des Ozeans. Darauf kommt es an, nicht auf Realismus. Dass das Studiobecken, in dem Ichikawa seinen Film dreht, ein Ozean sein soll, das glaubt man dem Film keine Sekunde, erst recht nicht in den Szenen mit hohen Wellen. Aber darum geht es gar nicht. Wichtig ist der Körper auf dem Boot, um ihn herum nur zwei Dinge: Natur, die überwunden werden muss und Kultur, die hilft, Natur zu überwinden. Diese Kultur wurde zu diesem Zweck ausgewählt und muss sich ganz in den Dienst dieses einen Körpers stellen. Setzt man die Linien des Ankers und des Segels fort, entsteht ein Dreieck um den Körper. Der Körper ist Basis und Telos, aber gleichzeitig wird er zum bloßen Teil seiner Umgebung, zu einem Funktionsträger unter vielen, entgrenzt sich.

40



Auch in den wenigen Rückblenden bleibt das Soziale so weit draußen wie nur eben möglich. Keinerlei psychologische / soziale Motivation. Hier fährt er mit dem Lastwagen durch Tokyo, die Kamera ist nah dran. Flashartige, impressionistische Momentaufnahmen, inszeniert mit den Mitteln der japanischen Nouvelle Vague. Das Auto wird zum paranoiden Fortsatz der Persönlichkeit (der Kopf in ein Rechteck eingeschrieben), das Soziale bleibt draußen, vor der Fensterscheibe, die bloß trennt und distanziert, nicht gleichzeitig auch verbindet (wie nicht nur bei Kiarostami), die als bloßes Interface gedacht ist, nicht als soziales Medium (dem Film verzeihe ich eine solche anti-Automobil-bias, vielen anderen verzeihe ich sie nicht). Wenn die Natur nicht mehr Natur ist in diesem Film, sondern sozial, wird der Körper paranoid. Nicht länger kann er sich funktional in die Dingwelt einfinden, Subjekt und Objekt sind wieder klar geschieden, die Objekte beengen den Körper. Die vertikalen Bildränder sind nur zwei von fünf Gitterstäben, die den Körper einrahmen.

70



Eine Mahlzeit auf dem Ozean, schon ist das Boot näher an Amerika als an Japan. Rechts gequetscht Körper und Kultur, links das Meer, das im Film selten über seine Weite, viel häufiger über seine schlichte blaue Farbe als das Andere der Kultur definiert. Der Körper vervollständigt ein X, das er mit den Linien des Bootes vor dem Hintergrund des blauen Meeres bildet.

5 comments:

Klaus said...

Ja, ein faszinierender Film! Dazu eine schöne, fast poetische Rezension. Allerdings kann ich mir keinen Reim darauf machen, wie der Hauptcharakter einerseits die Natur mit Hilfe der Kultur überwinden, sich gleichzeitig aber von allem sozialen distanzieren soll. Schließlich ist Kultur doch etwas, das auf sozialen Beziehungen und Gebilden basiert, von diesen hervorgebracht und uns durch diese übermittelt wird.

Lukas Foerster said...

ja, das stimmt, das ist eine seltsame Konstruktion (ich denke aber, es ist eine Konstruktion des Films, nicht eine von mir). Es hat ja schon etwas Paranoides, wie der Mann da mitten im Meer seine kleine Privatzivilisation (auch das ein begrifflicher Widerspruch) gegen die Natur mobilisiert. Das Schöne an dem Film ist für mich glaube ich gerade, dass er sich ganz auf die Seite der Paranoia schlägt...

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