Saturday, January 20, 2007

Berlinale 2007: Blindsight, Lucy Walker, 2006

Einen Film über Blinde zu drehen, ist von Anfang an zwar nicht zwingend zynisch jedoch auf jeden Fall heikel. Das Ganze wird tendenziell noch heikler, wenn es sich bei den Blinden um tibetanische Waisenkinder handelt, die unter der Führung eines ebenfalls Blinden Engländers im Himalaya einen Berg erklimmen möchten.
Selbstverständlich ist sich Lucy Walkers Film den in das Projekt qua Thema eingeschriebenen Schwierigkeiten des eigenen Unterfangens in keiner einzigen Einstellung bewusst, nicht einmal in der Sequenz, die eines der Kinder im Kino (!) zeigt, wie dieses gespannt dem Soundrack lauscht. Statt dessen arbeitet sich der Film an irgendwelchen dämlich in Szene gesetzten angeblichen kulturellen Unterschieden zwischen Asiaten und Europäern (oder zwischen bettelarmen Waisenkindern und ihren Gönnern? Egal...) ab und wählt selbst an den spektakulärsten Schauplätzen ausschließlich die allerbanalsten Postkartenbilder als Illustration.
Ein wahrhaft ärgerlicher und selbst für Panorama-Verhältnisse erstaunlich unnötiger Film.

1 comment:

marquisrot said...

Ein skandalöser Film, in dem vor gigantischer Kolisse ein Lehrstück von Arroganz, fehlender Sensibilität für Wünsche und Gefühlslagen von Kindern geboten wird. Das sind keine Bergführer, die sehend das Elend dieser Kinder missbrauchen und in einem narzistischem Begründungswahn die Gesundheit und das Leben dieser Kinder riskieren. Abscheulich! Die Bergführer gehören eingsperrt. Der Film sollte Lehr- und nicht Unterhaltungsfilm genannt werden dürfen.